GEFÜHLSSCHULE
 
 
Gefühle vermitteln uns Informationen über den Zustand anderer Mitmenschen, über unsere Umwelt, unsere Grenze und über uns selbst.
 
AUS: Gefühle entdecken und achten - ein Übungsbuch von Dr. Klaus Blaser
Synergia Verlag
Die Übung: "WIE GEHT ES MIR JETZT, WELCHES GEFÜHL NEHME ICH IN DIESEM AUGENBLICK BEI MIR WAHR?"
DIESEM GEFÜHL, GANZ EGAL WIE ES SICH ANFÜHLT, STIMME ICH JETZT VOLL ZU, begleitet uns durch die Gefühlsschule.
 
Mein Leib als Sprachrohr

In der Innenwelt spielen ganz andere Qualitäten für unser Wohlbefinden eine Rolle als in der Außenwelt. Durch achtsames Hinschauen können wir in der stillen Innenwelt unseren Reichtum sehen, den inneren Wachstum fördern und genießen und einen Ausgleich zum hektischen und lauten Außenweltdasein finden. In der psychisch-seelischen Welt angelangt können wir verlangsamen, zur Ruhe kommen, Gesehenes und Erfahrenes verinnerlichen und achtsam und mitfühlsam nach außen schauen. Der Blick von innen nach innen, die Interozeption, kann als Aufmerksamkeit und Fürsorge angesehen werden, die sich auf unser Selbst konzentriert (Siegel 2004).

 

 

Unser Körper und unser Gehirn, das die Körpersignale aufnimmt und liest, sind zu einer unglaublichen Differenzierung imstande.
Schon als ganz kleines Kind probieren wir die verschiedenen Standorte und Perspektiven aus, experimentieren mit unseren Wahrnehmungen, überprüfen sie, imitieren sie und eignen uns diese enorm komplizierte räumliche, zeitliche und soziale Orientierung an. Wir sehen uns um, kundschaften die zwischenmenschlichen Situationen aus, machen uns räumlich schlau und transformieren unsere momentanen Erkenntnisse und Einsichten in die Gefühls- und Körpersprache.
Die vorgestellte Achtsamkeitsübung hilft uns mehrfach täglich, unsere Gefühlssprache bewusst zu nutzen. Sie hilft uns, diese urmenschlichen Qualitäten immer mehr wissentlich zu leben. Wir haben gesehen, wie wir unsere Feinfühligkeit schulen können und wie wir lernen können, leiblich zu empfinden. Wir haben gelernt, mehrere Wahrnehmungsqualitäten bewusst zu unterscheiden und damit eine subilte Sensibilität zu entwickeln.
Natürlich geht das nicht von einem Tag auf den andern. Wir brauchen viele Momente der Klarheit, um die beschriebenen Gefühlserfahrungen am eigenen Leib spüren zu können. Der Weg der Vervollkommnung ist reichhaltig und voller Überraschungen, auch wenn es manchmal langsamer vorwärts geht, als wir es uns wünschen. Doch jeder Schritt, den wir in der Gefühlsschule machen, wird uns Freude bereiten. Die Hausaufgaben werden zum inneren Abenteuer.
 
Mein Angebot:
innerhalb einer vertrauensvollen, musiktherapeutischen Beziehung können nach Absprache mit dem Patienten/der Patientin die Grundübung der Gefühlsschule gemeinsam geübt werden. Schwierige und /oder fremdplatzierte Gefühle können betrachtet werden. Bei Notwendigkeit begleite ich den Patienten/die Patientin behutsam zurück zu/ in Ihren Innenraum.
©Lucia Czech - 2020