"Gut bei mir sein mit achtsamer Abgrenzung"

nach dem Self-Boundary Awareness Modell von

Dr. Klaus Blaser (Schweiz)

 

www.horizologie.ch

„Im Reich unserer Gefühle, im Land unserer Erfahrungen dürfen wir König sein. Unsere Sicherheit, unsere Geborgenheit, unser Austausch mit der Umwelt und unsere Größe werden durch die Umzäunung, die Abgrenzung dieses Raumes bestimmt.“ 

                                                                            – Dr. med. Klaus Blaser

 

Wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch von Geburt an eine psychisch-seelische Innenwelt besitzt, dann muss außerhalb dieser Innenwelt auch eine Außenwelt existieren. Wenn es diese beiden Welten gibt, dann gibt es auch eine GRENZE, eine mentale Ich-Grenze, die diese zwei Welten oder Räume voneinander trennt und sie gleichzeitig miteinander verbindet. Das bedeutet, dass drei mentale Räume existieren: Ihre Innenwelt, meine Innenwelt und die Welt die dazwischen liegt.

Wir nehmen für die Innenwelt das symbolische Bild eines GARTENS, dessen Grenze der GARTENENZAUN ist und in dem man durch das Gartentor eintritt bzw. von Innen heraus tritt.

Womit können wir unsere mentale Ich-Grenze überschreiten?

Unserer Aufmerksamkeit ist das Vehikel mit dem wir uns in den drei mentalen Räumen bewegen.

Eine Grenze unterscheidet: Ohne Grenze können wir zwei Gegenstände nicht auseinanderhalten. Ihre Innenwelt sieht anders aus als meine, auch anders als die Innenwelt Ihres Partners.

Die Grenze ist auch der Ort, wo Austausch von Gefühlen, Bildern und Ansichten bzw. Aufgaben zwischen den Räumen statt findet.

Ist die Grenze undicht oder diffus wird deutlich, dass fremde Elemente leicht in den eigenen Innenraum gelangen können ohne diesse eingeladen zu haben. Eine diffuse Ich-Grenze führt auch zu Verwirrung und Orientierungslosigkeit in Bezug auf eigene Gefühle und Ansichten aber auch in Bezug auf den eigenen Aufmerksamkeitsstandort.

Halten wir uns zu lange in der Außenwelt auf (und dafür gibt es genügend driftige Gründe) fällt es uns mit der Zeit immer schwerer den eigenen Innenraum zu finden und in ihm zu verweilen.

 

Dieser schenkt uns jedoch Geborgenheit, Schutz und Klarheit. Grenzüberschreitungen können wir nur wahrnehmen, wenn wir uns auch in unserem Innenraum aufhalten. 

 

Diese Arbeit kann einen wichtigen Beitrag  innerhalb eines musiktherapeutischen Prozesses leisten. Natürlich nur nach Rücksprache mit dem Klienten/Patienten und wenn deutlich wird, dass sie die konsequente Wahl einer Intervention ist.

 

 

 

Das Centre for Applied Boundary Studies, dessen Leiter Dr. med. Klaus Blaser ist, forscht seit einigen Jahren an folgenden Fragen in Bezug auf die Ich-Grenze:

-Wie können wir mehr Einsicht erhalten in dieses komplexe Zusammenspiel?

-Wie können wir ein Bewusstsein entwickeln für die eigene Grenze und  unser eigenes Grenzverhalten?

-Wie können wir unsere Grenze resp. unsere Grenzfunktionen optimieren und an unsere jetzige Lebenssituation best möglichst anpassen?

-Welchen Einfluss hat unsere jetzige Grenze auf unseren zwischenmenschlichen Austausch, auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung, auf unsere Beziehungen und auf unsere Sozialisation?

-Kann eine Grenzumgestaltung zur Änderung von Verhaltensmustern oder sogar zur Heilung von psychischen Störungen beitragen?

Diese Fragen möchten wir im "Centre for apllied Boundary Studies" nachgehen. Zudem soll der Schutz vor/und Vermeidung von Grenzverletzungen und unerwünschten Grenzüberschreitungen, sowie Grenzrespektierung und Grenzbildung untersucht und diesbezügliches Wissen weitergegeben werden.

Die Förderung der Zusammenarbeit mit andern Institutionen, die sich in irgendwelcher Art und Weise mit dem Grenzthema beschäftigen, soll aktiv unterstützt werden. Dabei denken wir an einen intensiven und reichen Austausch auf verschiedenen Ebenen in der Psychiatrie, Psychotherapie, Pädagogie, Mediation, Ethik sowie mit Personen und Einrichtungen, die erziehungswissenschaftlich tätig sind.

Das Zentrum will dazu beitragen, dass vorhandenes und neues, alltägliches und wissenschaftliches „Grenzwissen“ (horizologie) gesammelt und geordnet wird, um so jedem zur Verfügung stehen zu können. Wir möchten uns auf diese Weise am Erschliessen und Weiterleiten von neu gewonnenen Erkenntnissen aktiv beteiligen.

 

Die psychisch-seelische Grenze bestimmt unser Leben. Sie entscheidet über unser tägliches Wohlbefinden. Sie beeinflusst unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung, sowie unsere Fähigkeit zur Achtsamkeit. Sie schenkt uns eine innere Geborgenheit.

Ich hatte das große Glück Dr. Klaus Blaser persönlich kennen lernen zu dürfen und die Ausbildung zum zertifizierten Self-Boundary Awareness Coach&Counseler bei ihm zu absolvieren.

 

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©Lucia Czech - 2020